Ein großer Teil der Beanstandungen bei der Hauptuntersuchung geht auf Kleinigkeiten zurück, die man in einer Viertelstunde selbst findet. Diese Checkliste geht die häufigsten durch.
1. Beleuchtung komplett durchgehen
Defekte Leuchtmittel sind der Klassiker unter den HU-Mängeln. Gehen Sie alle Leuchten durch, am besten mit einer zweiten Person: Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht, Blinker vorn und hinten, Warnblinker, Bremslicht inklusive der dritten Leuchte, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung.
Achten Sie auch auf blinde oder beschlagene Streuscheiben. Ein Scheinwerfer, der von innen Feuchtigkeit zieht, wird ebenfalls beanstandet.
2. Reifen: Profil, Alter, Druck
Gesetzlich sind 1,6 Millimeter Restprofil vorgeschrieben. Prüfen Sie an mehreren Stellen über die Lauffläche – einseitiger Abrieb deutet auf eine falsche Achsgeometrie hin und wird bei der HU zum Thema.
Sehen Sie sich die Flanken auf Risse und Beulen an. Und werfen Sie einen Blick auf die DOT-Nummer: Ein Reifen jenseits der zehn Jahre gehört ersetzt, auch wenn noch Profil da ist.
3. Scheibenwischer und Waschanlage
Schlierende Wischerblätter und eine leere oder defekte Waschanlage führen zu Mängeln. Beides ist günstig zu beheben und schnell erledigt. Prüfen Sie auch, ob die Düsen richtig treffen.
4. Windschutzscheibe
Steinschläge und Risse im Sichtfeld des Fahrers sind ein Mangel. Ein kleiner Steinschlag außerhalb des Sichtfeldes lässt sich oft reparieren – warten Sie damit nicht, bis daraus ein Riss wird.
5. Bremsen
Hören Sie beim Bremsen ein Schleifen oder Quietschen? Zieht das Auto zur Seite? Geht das Pedal weiter durch als früher? All das gehört vorher geprüft, denn Bremsmängel führen zu erheblichen Beanstandungen.
- Bremsflüssigkeitsstand im Behälter prüfen.
- Auf Roststellen an Bremsleitungen achten.
- Feststellbremse an einer Steigung testen.
6. Ölverlust und Undichtigkeiten
Stellen Sie das Auto über Nacht auf eine saubere Fläche oder legen Sie Pappe darunter. Tropfen deuten auf Undichtigkeiten hin, die bei der HU auffallen. Ein leichter Feuchtfilm am Motor ist bei älteren Fahrzeugen dagegen meist unkritisch.
7. Auspuffanlage
Ist der Motor lauter geworden? Brummt oder scheppert etwas im Unterboden? Eine undichte Abgasanlage führt zu Mängeln bei Geräusch und Abgaswerten.
8. Warnleuchten im Cockpit
Leuchtet die Motorkontrollleuchte, gilt die Abgasuntersuchung automatisch als nicht bestanden. Lassen Sie den Fehlerspeicher vorher auslesen – bei uns geht das ohne Termin.
9. Ausrüstung an Bord
- Warndreieck – vorhanden und vollständig.
- Warnweste – mindestens eine, griffbereit im Innenraum.
- Verbandkasten – Haltbarkeitsdatum prüfen, es läuft schneller ab als gedacht.
10. Papiere und Umbauten
Nehmen Sie die Zulassungsbescheinigung Teil I mit. Wenn am Fahrzeug etwas verändert wurde, etwa Felgen, Fahrwerk oder Anhängerkupplung, gehört die passende ABE oder der Eintragungsnachweis dazu.
Und wenn doch etwas gefunden wird?
Bei uns ist die Werkstatt gleich nebenan. Was bei der Prüfung auffällt, beheben wir direkt, und die Nachprüfung läuft im selben Haus. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt vorher einen Vorab-Check machen: Wir sehen uns die typischen Mängelpunkte an, bevor der Prüfingenieur kommt.
Häufige Fragen
Wie lange vorher sollte ich den Vorab-Check machen?
Ein bis zwei Wochen vor dem Prüftermin. Dann bleibt Zeit, gefundene Mängel in Ruhe zu beheben.
Darf ich mit abgelaufener Plakette zur Werkstatt fahren?
Fahren dürfen Sie, riskieren aber ab vier Monaten Überziehung ein Verwarngeld. Warten Sie deshalb nicht zu lange.
Prüftermin sichern?
Montag und Donnerstag, 10–15 Uhr – vorher gern mit Vorab-Check.




